Demo am 25.11.2026 KEINE MEHR*
auf die Straße gegen geschlechtsspezifische Gewalt!
Liebe Mitstreiter:innen, liebe Verbündete, liebe Queers, Feminist:innen, Kämpfer:innen für Gerechtigkeit,
Immer mehr Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt teilen ihre Geschichten.
Dieses Jahr hat sich klar gezeigt:
Wir sind viele, wir sind laut, und wir lassen uns nicht länger vertrösten.
Der Schutz vor patriarchaler Gewalt ist in Deutschland eigentlich geltendes Recht. Die Politik hat sich mit der Unterzeichnung der Istanbul-Konvention 2018 dazu verpflichtet, den Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Mädchen auszubauen. Eine knappe Dekade später wurden allerdings kaum Maßnahmen umgesetzt.
Dieses Jahr sind in Deutschland bereits 125 Frauen Opfer eines Femizids geworden, 126 Frauen haben einen versuchten Femizid überlebt (Stand 23.09.2026). Allein in Berlin wurden mindestens drei Frauen durch einen Femizid getötet.
Am 25.11. gehen Frauen und FLINTA*[1] weltweit auf die Straße, um gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu demonstrieren. Es geht um Femizide, sexualisierte und Häusliche Gewalt, Krieg, Sexarbeitsfeindlichkeit und patriarchale Unterdrückung. Es geht um Verdrängung, Hass und Hetze gegen Frauen, Transpersonen, Queers und Sexarbeitende.
Es betrifft uns alle, denn das Problem ist strukturell.
Wir sind wütend: Dass Frauenhass und Gewalt gegen Frauen und FLINTA* wieder auf dem Vormarsch sind. Dass die Politik immer noch untätig bleibt. Dass Täter immer noch viel zu selten Konsequenzen für ihre Taten erfahren.
Wir fordern umfangreiche politische Veränderungen, die Anerkennung geschlechtsspezifischer Gewalt als strukturelle Gewalt, und Gerechtigkeit für alle Betroffenen!
Schließt euch uns an, kommt mit auf die Straße und steht laut und stark für ein sicheres Zusammenleben ein!
Von Trauer – zu Wut – zu Widerstand.
25.11.2026, voraussichtlich 18:00 Uhr, Details folgen.
Wir fordern:
- dass jede gewaltbetroffene Frau und FLINTA* noch am selben Tag, schnell und unbürokratisch Schutz und Sicherheit findet.
- dass Kinder nicht bei gewalttätigen Vätern bleiben oder diese weiterhin besuchen müssen.
- dass trans*, nicht-binäre und inter-Personen genauso sehr geschützt werden wie cis Frauen. Wir fordern, dass das Gewalthilfegesetz auch für trans*, nicht-binäre und inter-Personen gilt.
- dass Sexarbeit als Arbeit anerkannt wird und Sexarbeitende selbstbestimmt, sicher und kollektiv arbeiten können. Wir fordern, dass Sexarbeitende – unabhängig ihrer Herkunft – wie andere Berufsgruppen auch bei Krankheit, Schwangerschaft und Elternschaft sozial abgesichert sind; dass Sexarbeitende genauso vor Gewalt, Diskriminierung, Ausbeutung und Menschenhandel geschützt werden; dass Sonderregelungen, die Sexarbeit kriminialisieren, gefährlicher machen oder stigmatisieren, abgeschafft werden.
- dass Polizei, Justiz und alle öffentlichen Stellen weitergebildet werden, um geschlechtsspezifische Gewalt zu erkennen und Frauen und FLINTA* kompetent zu unterstützen.
- dass Männer, die Gewalt ausüben, dazu verpflichtet werden, ihr Verhalten dauerhaft zu ändern, indem sie ein Angebot der Täterarbeit absolvieren müssen.
- dass Betroffene sexualisierter Gewalt endlich ohne Wenn und Aber ernst genommen werden. Wir fordern die Einführung eines konsensbasierten Sexualstrafrechts: Nur Ja heißt Ja!
- dass Betroffene von geschlechtsspezifischer Gewalt von Gerichten unterstützt werden, die sich mit der Komplexität der Problematik auskennen. Wir fordern die Einführung von spezialisierten Strafkammern und Richter:innen, die Fälle sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt verhandeln.
- dass Täter nicht mehr aufgrund von Besitzansprüchen und verletzter Gefühle mildere Strafen für Frauenmord erhalten. Wir fordern, dass ein eigener Straftatbestand „Femizid“ in Deutschland eingeführt wird.
Wir sind ein Zusammenschluss aus den Bündnissen „25.11“ und dem „Keine* Mehr“ Bündnis.
[1] FLINTA steht für Frauen, Lesben, inter, trans, nicht-binäre und agender Personen. Da die Abkürzung außerhalb aktivistischer Kreise noch nicht allen bekannt ist, nutzen wir die Doppelung Frauen und FLINTA.