#berlinbessermachen Paritätische Positionen zur Berlin-Wahl 2026
Als Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin teilen wir die Positionen unseres Dachverbands zur Berlin-Wahl 2026.
Im Bereich Gewaltschutz fordern der Paritätische, wie auch wir von BIG: Gewaltschutz ausbauen, Täterarbeit verstärken und die Istanbul-Konvention konsequent umsetzen!
Wie ist die Lage bei der Umsetzung der Istanbulkonvention?
Berlin ist verpflichtet, die Istanbul-Konvention umzusetzen. Der 2023 verabschiedete Landesaktionsplan umfasst 134 Maßnahmen, allerdings ohne verbindlichen Zeitplan und ohne Budget.
Was tun wir?
Paritätische Mitgliedsorganisationen entwickeln Konzepte zum Ausbau der Schutzinfrastruktur und übernehmen entsprechende Projekte. Sie stabilisieren, beraten und unterstützen von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder. Zudem entwickeln sie ihre Angebote bedarfsgerecht weiter, weisen auf Versorgungslücken hin und erarbeiten Lösungen. Der Paritätische Berlin fördert den Austausch von Erfahrungswissen und Kompetenzen rund um den Ausbau und Betrieb dieser Angebote.
Unsere Forderungen
- jede Senatsverwaltung muss die Maßnahmen in ihrem Zuständigkeitsbereich mit einem Zeitplan und einem Budget im Haushalt hinterlegen
- die ressortübergreifende Zusammenarbeit der Senatsverwaltungen muss gestärkt werden, dies betrifft beispielsweise Fallkonferenzen für Hochrisikofälle sowie Fragen des Sorge- und Umgangsrechts bei Familiengerichten und Jugendämtern
- es braucht eine zentrale Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention auf Landesebene sowie jeweils eine Koordinierungsstelle in jedem Berliner Bezirk
Wie ist die Lage bei der Täterarbeit?
Ab 2027 erhält Berlin Bundesmittel zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes. Im Gesetz ist Täterarbeit ausdrücklich als Präventionsmaßnahme genannt (§ 1 Abs. 2 GewHG). Dennoch wird die Täterarbeit bei der Umsetzung des Gewalthilfegesetzes in Berlin bislang nicht berücksichtigt. Aktuell gibt es in Berlin deutlich zu wenige entsprechende Angebote.
Was tun wir?
Paritätische Mitgliedsorganisationen bieten Täterarbeit bei häuslicher Gewalt und Stalking nach den profeministischen Standards der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt an. Gewaltausübende Menschen werden dabei befähigt, toxische Männlichkeitsbilder zu reflektieren und ihr Verhalten nachhaltig zu verändern – auch unabhängig von einem Strafverfahren.
Auch BIG e.V. engagiert sich im Bereich Täterarbeit mit einem Schwerpunkt bei BIG Koordinierung.
Unsere Forderungen
- um die Gewaltspirale bei häuslicher Gewalt zu durchbrechen, müssen gewaltausübende Personen ihr Verhalten nachhaltig
ändern können – auch dann, wenn keine Strafanzeige erstattet wird - die Angebote der Täterarbeit müssen bedarfsgerecht ausgebaut werden
- Angebote der Täterarbeit in Berlin müssen unter anderem aus Mitteln des Gewalthilfegesetzes finanziert werden
(Siehe S. 51 im untenstehenden Dokument zum Herunterladen)