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BIG e.V.

(2011/11) Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kooperationspartnerinnen und –partner, die BIG Hotline war noch in den Anfängen, als ich meine Tätigkeit im Leitungsteam vor gut zehn Jahren begann. Jetzt habe ich entschieden, mich beruflich zu verändern.

Ab 1.11.2011 werde ich ein Familienzentrum aufbauen. Bei aller Freude über die neue berufliche Herausforderung fällt der Abschied nach so langer Zeit auch schwer.

Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit zahlreichen engagierten Menschen, die in sehr unterschiedlichen Bereichen mit dem Thema häusliche Gewalt befasst sind, konnte ich die Entwicklung der BIG Hotline aktiv mitgestalten und einen Beitrag zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt in Berlin leisten.

Für die gute Kooperation, die konstruktiven Auseinandersetzungen und die fachliche Unterstützung in all den Jahren möchte ich mich ganz herzlich bedanken – vor allem bei den Mitarbeiterinnen der BIG Hotline und meinen direkten Kolleginnen. 

Der BIG Hotline bleibe ich auch weiterhin verbunden und erhoffe ihr viel Unterstützung bei der weiteren Entwicklung.

Ich wünsche Ihnen und Euch allen für die Zukunft alles erdenklich Gute, 

Irma Leisle
Im Oktober 2011

(2011/11) Wir freuen uns über eine neue Kollegin! Wiebke Wildvang hat von Dorothea Hecht den Fachbereich Recht übernommen. Mit der Juristin konnte BIG eine kompetente Koordinatorin gewinnen.

Schon während des Studiums der Rechtswissenschaften in Berlin für amnesty international engagiert, arbeitete die 1967 geborene Juristin nach dem Ersten Staatsexamen bis zum Beginn des Referendariats in der Frauenwohngruppe am Trachenbergring für obdachlose Frauen. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte sind Ausländer- und Asylrecht, Familienrecht und Mietrecht. Neben der Arbeit bei BIG Koordinierung führt sie weiterhin ihre Kanzlei in Berlin und bietet als Rechtsanwältin Beratung in der Frauenberatung BORA.

(2011/11) Bei strahlendem Sonnenschein tagte in diesem Oktober die WAVE-Konferenz in Rom. Spannende Vorträge und interessante Workshops, Vernetzung mit Frauenrechtlerinnen aus dem arabischen Mittelmeerraum, Diskussionen und Ideentausch im „Internationalen Haus der Frauen“ in Rom – anregende und anstrengende drei Tage für die teilnehmenden BIG-Kolleg(inn)en!

Die diesjährige Konferenz des WAVE-Netzwerks fand vom 11. bis 13. Oktober in Rom statt. Neben Vorträgen im römischen Rathaus lag ein Fokus der Tagung auf thematisch vertiefenden Workshops, die im geschichtsträchtigen Casa Internazionale delle Donne durchgeführt wurden.

Etwa 400 Expert(inn)en aus 38 Länderns kamen zusammen, um gemeinsam an Strategien zur Verbesserung des Schutzes von Frauen und ihren Kindern vor Gewalt zu arbeiten, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und Anregungen mit in ihre Heimatländer zu nehmen. Darunter waren Praktiker/-innen, Anwältinnen, Psychologinnen, Wissenschaftlerinnen und Repräsentantinnen italienischer und europäischer Institutionen.

In Anknüpfung an die Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt sollte die diesjährige Konferenz vor allem dazu dienen, Frauen(rechtlerinnen) aus Europa und dem arabischen Mittelmeerraum miteinander zu vernetzen. Die hochinteressanten Vorträge der arabischen Frauen warfen ein Licht darauf, dass arabische Frauenrechtsbewegungen zum Teil zentrale Motoren für die Freiheitsbewegungen waren und unter welchen für europäische Verhältnisse mitunter kaum vorstellbaren Bedingungen Frauenrechtlerinnen leben und Beachtliches für die Rechte und den Schutz von Frauen wirken. 

Zu den verschiedenen Themenschwerpunkten, die während der Konferenz bearbeitet wurden, haben die Teilnehmer/-innen abschließend jeweils die wichtigsten Ergebnisse und Forderungen formuliert:

  1. muss Frauen mit Migrationshintergrund, die von Gewalt betroffen sind, mehr Aufmerksamkeit geschenkt und gleichzeitig Stereotypisierung und Kulturalismus vermieden werden
  2. müssen die Methoden der Risikoeinschätzung in Prävention und Intervention bei Gewalt gegen Frauen verbessert werden, um zukünftige Gewalt und Morde an Frauen verhindern zu helfen
  3. muss anerkannt werden, dass es einen Bedarf danach gibt, das Risiko von Gewalt durch ehemalige Partner besser einschätzen zu können; dies speziell mit Blick auf Regelungen bezüglich gemeinsamen Sorgerechts, um zu verhindern, dass Frauen und ihre Kinder durch unreflektierte Gerichtsentscheide Gefahren ausgesetzt werden
  4. muss der Druck auf Regierungen verstärkt werden, die Europaratskonvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen zu unterzeichnen und zu ratifizieren.
  5. muss darauf hingewirkt werden, dass die EU konkrete Verpflichtungen eingeht, Strategien gegen Gewalt an Frauen zu entwickeln und die besonderen Bedarfe von Gewalt betroffenen Frauen besser in bestehende rechtliche Rahmenbedingungen zu integrieren.      

(2011/11) Am 10.11.2011 fand im im Rahmen der 139. Plenarsitzung des Deutschen Bundestags die Erste Lesung zum Hilfetelefongesetz statt. Die Redner/-betonten die Einigkeit ihrer Fraktionen in dieser Angelegenheit: Gesetz und bundesweites Hilfetelefon sind „notwendig, wichtig und richtig“, wie es MdB Marlene Rupprecht (SPD), Gründerin und Vorsitzende des Frauenhauses Fürth, ausdrückte.

Sie betonte auch, dass die Einrichtung des Hilfetelefons mit einer stabileren Finanzierung bestehender Hilfestrukturen einhergehen muss.

Für die Weiterentwicklung des Unterstützungssystems werden wichtige Impulse durch das Gutachten und den Bericht der Bundesregierung Anfang 2012 erwartet. 

(2011/11) Am 31. Oktober 2011 hat Dr. Christine Bergmann ihre Arbeit als unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs beendet. Mit der Übergabe ihres Abschlussberichts und der Diskussion ihrer Empfehlungen am Runden Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“ sei ihr Auftrag abgearbeitet.

Eine unabhängige Nachfolgestelle hat die Arbeit am 1. November aufgenommen, die telefonische Anlaufstelle wird fortgeführt.

Wie von der Beauftragten empfohlen, soll ein gemeinsames Hilfesystem für Betroffene in Institutionen und in der Familie aufgebaut werden. Es wird an den Folgeschäden ansetzen und insbesondere Hilfen für Therapien bereitstellen. Die Kosten sollen vom Bund, zum Teil auch von Ländern und Institutionen getragen werden. Finanzielle Entschädigungen sollen die jeweiligen Institutionen leisten.

(2011/11) Die beiden Projekte „re-empowerment“ und „Insel der Hoffnung“ richten sich mit ihrem Angebot an Betroffene häuslicher Gewalt, sexuellen, physischen oder psychischen Missbrauchs.

Re-Empowerment bearbeitet vor allem emotionale bzw. psychische Partnerschaftsgewalt, die Insel der Hoffnung hat ein breiter gefächertes Selbstverständnis mit dem Schwerpunkt auf sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung.

Beide Projekte werden privat betrieben und bieten betroffenen Frauen eine Selbsthilfeplattform, auf der Platz für Austausch, Hilfesuche, Beratung und gegenseitige Stärkung ist.

Bereits seit mehreren Jahren eröffnen die passwortgeschützten Foren den Frauen so eine weitere Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und Unterstützung durch andere Betroffene zu erleben.

Eine Sozialarbeiterin bzw. eine Psychologin begleiten jeweils die Foren. 

 

(2011/11) In Königs Wusterhausen gibt es seit Mitte Oktober eine neue Koordinierungs- und Beratungsstelle zum Thema Frauenhandel. Träger ist IN VIA, eine internationaler katholischer Frauenverband.

Die Beraterinnen bieten Betroffenen Begleitung bei Behördengängen, helfen bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten und vermitteln medizinische Hilfe. Das Angebot wird im Rahmen des Landesaktionsplans zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder vom Frauenministerium gefördert. 

(2011/11) Die Frauenhauskoordinierung bietet auf ihren Seiten einen neuen Service für hilfesuchende Frauen und deren Unterstützer/-innen. Auf der Website der Frauenhauskoordinierung kann ab sofort in einer Datenbank zu häuslicher Gewalt an Frauen nach Beratung und Hilfe gesucht werden, die 200 Beratungsstellen der Mitgliedsverbände und Einzelmitglieder der Frauenhauskoordinierung e.V. umfasst.

Ein schneller Zugriff ist aber auch über die orange Leiste auf der Startseite möglich. Möglich sind sowohl eine einfache Suche z.B. nach Postleitzahl, Stichwort oder Fremdsprache sowie eine erweiterte Suche, bei der verschiedene Suchkriterien kombiniert werden können. Ergänzt werden die Suchmöglichkeiten durch Verlinkungen zu entsprechenden Beratungsstellensuchen bei anderen Bundesverbänden von Unterstützungseinrichtungen für gewaltbetroffene Frauen in den Wohlfahrtsverbänden. 

 

(2011/11) Seit September 2010 können sich Sexarbeiterinnen in Berlin im Rahmen des Bundesmodellprojektes „DIWA – Der individuelle Weg zu Alternative. Umstieg als Perspektive für Frauen in der Prostitution““ bei der beruflichen Neuorientierung unterstützen, beraten und begleiten lassen.

Denn der Weg aus der Prostitution ist schwierig: Nach wie vor mit einem Stigma belegt, ist für Sexarbeiterinnen die berufliche Umorientierung oft mit großen strukturellen Hürden verbunden. 

Zentral ist daher im Rahmen der Trainings die Vorbereitung auf den regulären Arbeitsmarkt und die Unterstützung bei Bewerbungsverfahren und Ämtergängen – oft sind die Mitarbeiter/-innen in den Jobcentern noch nicht genügend für die Thematik sensibilisiert, und der weiße Fleck auf dem Lebenslauf kann zum Problem werden. Darüber hinaus gibt es aber neben EDV-Schulungen, Bewerbungstrainings und anderem auch Gesundheitsworkshops – denn viele Prostituierte leiden unter psychosozialen Problemen, weil sie nachts arbeiten oder vor Familie und Freunden jahrelang ein Doppelleben führen müssen.

In einem Zeitraum von vier Jahren sollen vier Trainingsphasen durchgeführt werden. In verschiedenen Modulen, die an die Ressourcen und Kompetenzen der Frauen anknüpfen, werden die Teilnehmerinnen dabei auf den Umstieg vorbereitet. Die Bekanntmachung des Projekts erfolgt über Flyer, Plakate, die Website sowie durch die aufsuchendeBeratung. Bei Interesse klärt eine Erstberatung, ob die nötigen Voraussetzungen für einen Einstieg in das Projekt erfüllt sind: Das aktuelle Training wird von acht Frauen durchlaufen.
Berlin ist neben Nürnberg und Freiburg einer der drei Standorte, in denen das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzierte Modellprojekt durchgeführt wird. Projektträger ist Goldnetz e.V. in Kooperation mit den Partnerinnen Goldrausch e.V., KONTOUR und Hydra e.V. – Treffpunkt und Beratung für Prostituierte.

(2011/11) Die deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und –vernachlässigung e.V. (DGfPi e.V.) bietet für Einrichtungen der Kinder- und Jugend- sowie der Behindertenhilfe die Teilnahme an einem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Modellprojekt an. Einrichtungen, die Strukturen zum Schutz von Mädchen und Jungen auf- oder ausbauen möchten, können Mitarbeiter/-innen und Leitungsebene fortbilden lassen.

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