13. WAVE-Konferenz

Spannende Vorträge und interessante Workshops in Rom

(2011/11) Bei strahlendem Sonnenschein tagte in diesem Oktober die WAVE-Konferenz in Rom. Spannende Vorträge und interessante Workshops, Vernetzung mit Frauenrechtlerinnen aus dem arabischen Mittelmeerraum, Diskussionen und Ideentausch im „Internationalen Haus der Frauen“ in Rom – anregende und anstrengende drei Tage für die teilnehmenden BIG-Kolleg(inn)en!

Die diesjährige Konferenz des WAVE-Netzwerks fand vom 11. bis 13. Oktober in Rom statt. Neben Vorträgen im römischen Rathaus lag ein Fokus der Tagung auf thematisch vertiefenden Workshops, die im geschichtsträchtigen Casa Internazionale delle Donne durchgeführt wurden.

Etwa 400 Expert(inn)en aus 38 Länderns kamen zusammen, um gemeinsam an Strategien zur Verbesserung des Schutzes von Frauen und ihren Kindern vor Gewalt zu arbeiten, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und Anregungen mit in ihre Heimatländer zu nehmen. Darunter waren Praktiker/-innen, Anwältinnen, Psychologinnen, Wissenschaftlerinnen und Repräsentantinnen italienischer und europäischer Institutionen.

In Anknüpfung an die Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt sollte die diesjährige Konferenz vor allem dazu dienen, Frauen(rechtlerinnen) aus Europa und dem arabischen Mittelmeerraum miteinander zu vernetzen. Die hochinteressanten Vorträge der arabischen Frauen warfen ein Licht darauf, dass arabische Frauenrechtsbewegungen zum Teil zentrale Motoren für die Freiheitsbewegungen waren und unter welchen für europäische Verhältnisse mitunter kaum vorstellbaren Bedingungen Frauenrechtlerinnen leben und Beachtliches für die Rechte und den Schutz von Frauen wirken. 

Zu den verschiedenen Themenschwerpunkten, die während der Konferenz bearbeitet wurden, haben die Teilnehmer/-innen abschließend jeweils die wichtigsten Ergebnisse und Forderungen formuliert:

  1. muss Frauen mit Migrationshintergrund, die von Gewalt betroffen sind, mehr Aufmerksamkeit geschenkt und gleichzeitig Stereotypisierung und Kulturalismus vermieden werden
  2. müssen die Methoden der Risikoeinschätzung in Prävention und Intervention bei Gewalt gegen Frauen verbessert werden, um zukünftige Gewalt und Morde an Frauen verhindern zu helfen
  3. muss anerkannt werden, dass es einen Bedarf danach gibt, das Risiko von Gewalt durch ehemalige Partner besser einschätzen zu können; dies speziell mit Blick auf Regelungen bezüglich gemeinsamen Sorgerechts, um zu verhindern, dass Frauen und ihre Kinder durch unreflektierte Gerichtsentscheide Gefahren ausgesetzt werden
  4. muss der Druck auf Regierungen verstärkt werden, die Europaratskonvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen zu unterzeichnen und zu ratifizieren.
  5. muss darauf hingewirkt werden, dass die EU konkrete Verpflichtungen eingeht, Strategien gegen Gewalt an Frauen zu entwickeln und die besonderen Bedarfe von Gewalt betroffenen Frauen besser in bestehende rechtliche Rahmenbedingungen zu integrieren.      
weitere Informationen:

Mehr zur Konferenz und zu WAVE: www.wave-network.org/